Tango-Reise: Zwischen Buenos Aires und Berlin mit Judith Brandenburg

Tango-Reise: Zwischen Buenos Aires und Berlin mit Judith Brandenburg

Tango-Reise: Zwischen Buenos Aires und Berlin mit Judith Brandenburg

Samstag, 23. Januar 2027, 16:00 Uhr
Lutherhaus, Baseler Straße 18, 13407 Berlin
Judith Brandenburg (Bandoneon) · Christoph Anacker (Kontrabass) · Yury Ilinov (Klavier)
Eintritt frei - um Spenden wird gebeten!

Tango-Reise:

Zwischen Buenos Aires und Berlin mit Judith Brandenburg

Wenn draußen der Januar seine grauesten Tage hat, soll es im Luthersaal warm werden: an diesem Nachmittag erklingt argentinischer Tango – getragen von jenem Instrument, das wie kein anderes für Sehnsucht, Leidenschaft und Melancholie steht: dem Bandoneon. Drei Musikerinnen und Musiker, die sonst auf den großen Bühnen Berlins zu Hause sind, kommen in unseren Luthersaal und laden Sie ein zu einer Reise vom klassischen Tango argentino bis zum Tango nuevo.

Samstag, 23. Januar 2027 · 16:00 Uhr · Luthersaal im Lutherhaus · Baseler Straße 18 · 13407 Berlin

Die Musikerinnen und Musiker:

Judith Brandenburg – Bandoneon

Judith Brandenburg ist Bandoneonistin, Pianistin und Komponistin und lebt in Berlin. Sie studierte klassisches Klavier an der Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Künste Bremen, das sie mit der Konzertreifeprüfung abschloss. Nebenbei entdeckte sie den Tango – zunächst als Tänzerin und als Pianistin in einem kleinen Tango-Ensemble, dann als ihre eigentliche Berufung: Sie studierte argentinischen Tango am Konservatorium in Rotterdam bei dem weltbekannten Bandoneonisten Karel Kraayenhof sowie Komposition und Arrangement bei Gustavo Beytelman, dem früheren Pianisten Astor Piazzollas.

Heute zählt Judith Brandenburg zu den profiliertesten Bandoneonistinnen Deutschlands. Sie gründete das Orquesta de Tango „Qué Tangazo!", spielt im Fracanapa New Tango Quintet und im Trio „La Bicicleta", mit dem sie einen eigenen, zeitgenössischen Tangostil entwickelte. Als gefragte Interpretin des Tango nuevo wirkte sie u. a. in Martín Palmeris „Misa Tango" mit. Daneben komponiert sie für Film, Hörspiel und Bühne – ihre Werke reichen vom Bandoneon-Duo bis zum Chorwerk mit Orchester. Mit ihrem Lehrbuch „Mein Bandobook" hat sie zudem einer ganzen Generation von Einsteigerinnen und Einsteigern den Weg zum Bandoneon geebnet.

Yury Ilinov – Klavier

Yury Ilinov ist seit Beginn der Spielzeit 2024/2025 Solokorrepetitor an der Staatsoper Unter den Linden. Zuvor war er mehrere Jahre als Kapellmeister und Korrepetitor am Theater Altenburg-Gera tätig; 2023 gab er sein Debüt an der Staatsoper Unter den Linden. Als Dirigent trat er unter anderem beim nationalen Festival „März Musiktage" in Rousse (Bulgarien) mit einem Programm aus Werken von Prokofjew, Rachmaninow und Lutosławski auf. An der Staatsoper zeichnete er zudem für die musikalische Leitung und das Arrangement der Kinderopernhaus-Produktion „Irrlichter – Das Geheimnis der Villi" nach Giacomo Puccini verantwortlich. Darüber hinaus engagiert er sich gemeinsam mit Prädikant Thomas Raffael im Konzertprojekt „KlangBrücken", das Liedkunst aus Osteuropa nach Berlin trägt. Am Klavier ist er ein sensibler Begleiter, der den Tango mit der ganzen Klangkultur des Opernhauses zum Klingen bringt.

Christoph Anacker – Kontrabass

Christoph Anacker, 1979 in Berlin geboren, ist Solo-Kontrabassist der Staatskapelle Berlin und seit 2021 zusätzlich Mitglied im Bayreuther Festspielorchester. Er studierte an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler" Berlin bei Barbara Sanderling und setzte seine Studien bei Esko Laine und Janne Saksalla fort. Er war und ist als Solo-Kontrabassist bei vielen großen Orchestern zu Hause – darunter das Orchester der Deutschen Oper Berlin, die Münchner Philharmoniker, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, die Staatskapelle Dresden, die Bamberger Symphoniker und das Mahler Chamber Orchestra. Als Mentor der Orchesterakademie der Staatskapelle gibt er sein Können an junge Musikerinnen und Musiker weiter. Eine besondere Herzensangelegenheit ist ihm dabei stets der Tango: Christoph Anacker spielt in verschiedenen Tangomusik-Ensembles und kennt diese Musik aus erster Hand – der tiefende, warme Kontrabass-Klang, der das Fundament jeder Tango-Formation bildet.

Das Bandoneon – von Krefeld nach Buenos Aires

Das Bandoneon ist ein echtes deutsches Kind, das in Argentinien berühmt wurde: Entwickelt wurde es um die Mitte des 19. Jahrhunderts von Heinrich Band in Krefeld – als Instrument für die Kirchen- und Hausmusik, schlicht, tragbar und für Choräle wie für volkstümliche Weisen gedacht. Gebaut wurden die Instrumente vor allem im sächsischen Vogtland; die Instrumente der Firma Alfred Arnold („Doble A") gelten bis heute als die begehrtesten ihrer Art.

Ende des 19. Jahrhunderts wanderte das Bandoneon mit Auswanderern und Seeleuten nach Südamerika aus – und fand dort ein neues Zuhause: in den Hafenvierteln von Buenos Aires und Montevideo. Was einst deutsche Choräle begleiten sollte, wurde zur Stimme einer neuen Musik: des Tangos. Technisch ist das Bandoneon ein Wunder: Auf beiden Seiten des Balgs liegen Knopfreihen mit zwei unterschiedlichen Tonsystemen, die Töne verteilen sich nicht logisch, sondern historisch gewachsen. Es gilt als eines der schwersten Instrumente überhaupt zu erlernen – und genau diese Irrationalität macht seinen Reichtum aus.

Sein Klang ist unverwechselbar: dunkel, atmend, zwischen Orgel, Harmonium und Holzbläsern schwankend, im Forte dramatisch aufbäumend, im Piano fast fragil. Man sagt, das Bandoneon „atme" – der Balg gibt jedem Ton ein menschliches Atemholen und Seufzen mit.

Der Tango und sein Bandoneon

Der Tango entstand um 1880 in den Einwanderervierteln am Río de la Plata – geprägt von italienischen und spanischen Melodien, afrikanisch-uruguayischen Rhythmen und der Sehnsucht von Millionen, die ihre Heimat verlassen hatten. In dieser Musik der Entwurzelung fand das Bandoneon seine Berufung: Sein wehmütiges Atmen wurde zum Klang der nostalgia, jener Melancholie, die im Tango als „Heimweh nach dem, was man nie gehabt hat" bezeichnet wird. Kein Wunder, dass das Bandoneon schon bald „die Seele des Tangos" hieß – eine orquesta típica ohne Bandoneon ist heute unvorstellbar.

Mit Astor Piazzolla schließlich eroberte der Tango die Konzertsäle der Welt: Sein Tango nuevo verband die Musik seiner Heimat mit Jazz und klassischer Moderne, mit Bach und Barock. Seit 2009 gehört der Tango sogar zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Und was viele nicht wissen: Auch in Deutschland erlebt das Instrument eine Renaissance – nicht zuletzt dank Musikerinnen wie Judith Brandenburg, die den Klang des Bandoneon wieder in die Heimat des Instruments zurückbringt.

Wir laden Sie ein

Erleben Sie einen Nachmittag zwischen Melancholie und Lebensfreude – kammermusikalisch intim in der Besetzung Bandoneon, Klavier und Kontrabass, genau jenem Kern, aus dem die großen Tango-Orchester gebaut sind. Das Programm spannt den Bogen vom klassischen Tango argentino bis zum Tango nuevo und lässt spüren, warum diese Musik seit über hundert Jahren Menschen auf der ganzen Welt berührt.

Das Projekt "KlangBrücken"

Das ehrenamtliche Projekt „KlangBrücken“, welches in der Luther-Kirchengemeinde Alt-Reinickendorf verortet ist, verbindet durch Musik Generationen, Kulturen und Konfessionen. Es zielt darauf ab, die Gemeinde als lebendigen, kulturellen Ort im Kiez zu etablieren und neue Zielgruppen zu erreichen. KlangBrücken will mit Musik Menschen über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg zusammenführen. Leider haben viele Menschen in Reinickendorf keinen Bezug mehr zur Kirche, aber ein Interesse an Kultur und Gemeinschaft. Das Projekt schafft mit den Konzertabenden niedrigschwellige Begegnungsorte, an denen Menschen unverbindlich mit anderen Menschen und mit ihrer Kirchengemeinde in Kontakt treten können.

 

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DETAILS ZUR VERANSTALTUNG UND DEM VERANSTALTUNGSORT:

Samstag, den 05.12.2026 Beginn um 16:00 Uhr Konzert-Länge ca. 120 Minuten inkl. Pause
Lutherhaus - Baseler Straße 18 - 13407 Berlin Einlass in das Lutherhaus ab 15:30 Uhr.
Bitte beachten Sie, dass der Zugang auf der rückwärtigen Seite ist.

 

Anbindung / ÖPNV:
Ca. 10 Minuten Fußweg vom U-Bhf Franz-Neumann-Platz oder bis zur Bushaltestelle Holländerstr./Aroser Allee mit Bus 120 oder 128
Es gibt Parkplätze in der Straße

 

Sonstige Hinweise:

Es gibt ein Getränkeangebot auf Spendenbasis vor dem Konzert sowie in der Pause.

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